Dr. forest Christoph Hoffmann

Wahlen in Simbabwe – eine neue Chance

Zu den am 30.07.2018 in Simbabwe stattfindenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen erklärt der Entwicklungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Christoph Hoffmann: 

Die für kommenden Montag anstehenden Wahlen in Simbabwe bieten eine große Chance für das Land, sich selbst von Misswirtschaft und Isolation zu befreien. Sollten die Wahlen friedlich verlaufen und in einer Koalition verschiedener Kräfte enden, würde das Tor für dringend benötigte internationale Investitionen weit aufgestoßen.

Ich werde mich dafür einsetzten, dass sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit neben der Stärkung der Zivilgesellschaft auf den grünen Sektor konzentriert. Hier gibt es enorme Chancen für Baumwolle, Tabak und Mais sowie im Naturtourismus. Diese Branchen wirken nachhaltiger und verteilen Einkommen breiter als schnelles Geld mit Rohstoffen, die von ausländischen Firmen abgebaut werden.

Simbabwe braucht überdies dringend Kredite internationaler Geber. Solche Kredite müssen jedoch an Bedingungen wie Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Recht auf Eigentum gebunden werden. Dafür muss sich die Bundesregierung jetzt stark machen.

Mittelfristig ist eine Reform des öffentlichen Sektors in Simbabwe erforderlich. Dieser verschlingt 80 Prozent des Staatshaushaltes. Nur wenn man dieses Problem in den Griff bekommt, kann man der Schuldenkrise Herr werden. Eine effiziente, korruptionsfreie Verwaltung muss das Ziel sein. Hier verfügt Deutschland über viel Expertise und kann Ausbildungsbeiträge liefern