Dr. forest Christoph Hoffmann

Europa muss bei Weltbank-Posten notfalls widersprechen

Ivanka Trump an der Spitze der Weltbank wäre ein sehr schlechter Scherz. Es wäre ein katastrophales Signal an die Despoten dieser Welt, wenn Familienbande über Qualifikation gingen und Postenschiebereien von der multilateralen Gemeinschaft geduldet würden.

Vielmehr brauchen wir an der Spitze der Weltbank einen Ökonomen mit Verwaltungserfahrung. Dieser muss einerseits die verwaltungsinternen Schwächen der Weltbank lösen. Andererseits muss er die makroökonomischen Weichen für die Entwicklungsländer so stellen, dass dort Lebensumstände entstehen, die den Migrationsdruck international mindern.

Kristalina Georgieva, die die Geschäfte der Weltbank nach dem Ausscheiden Jim Yong Kims interimsmäßig übernehmen wird, hat die nötige Erfahrung, um den Posten auch regulär auszufüllen.

Deutschland muss sich für eine fähige Person wie Georgieva einsetzen. Dafür wird es allerdings nötig sein, dass der deutsche Entwicklungsminister Müller bei der Weltbank präsent ist und nicht wie so oft durch Abwesenheit glänzt.

Denn ganz gleich wen der US-Präsident letztlich nominiert: Die Gefahr ist groß, dass es jemand sein wird, der ganz im Sinne Trumps die Möglichkeiten und die Bedeutung der Weltbank massiv beschneidet. Europa muss deshalb mit einer Stimme sprechen und jedem Kandidaten, der eine Gefahr für die Mission der Weltbank darstellt, widersprechen.