Dr. forest Christoph Hoffmann

Charter Cities bieten Geflüchteten ein Zuhause

Der Entwicklungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion äußert sich zum Weltflüchtlingstag und fordert, die Diskussion über sogenannter Charter Cities in der der Flüchtlingsdebatte zu intensivieren.

"Für viele Geflohene ist das Flüchtlingslager längst mehr als ein temporäres zu Hause. Was als Zufluchtsort aufgebaut wurde, ist zur neuen Heimat der Vertriebenen geworden. Nicht selten sind über dreißigjährig bestehende Flüchtlingslager zu Städten geworden und werden von einer neuen Generation bewohnt, die ihre alte Heimat nicht mehr kennen.

Vor allem Konflikte ethnischer Natur dauern lang an und sind schwer zu überwinden, was eine schnelle Rückkehr der Verfolgten fast unmöglich macht. Hinzukommt, dass Flüchtlingslager - dank des UNHCR, in aller Regel verlässliche Standards bieten und einen geschützten Raum. Wenn diese besser sind wie die Ausgangssituation, so sind die Menschen kaum gewillt diese Lager wieder zu verlassen. Die deutsche Entwicklungshilfe muss dieses Probleme erkennen und Lösungen formulieren. Die Bundesregierung sollte sich daher mit sogenannten Charter Citys, also Neugründungen, weit mehr beschäftigen."

Hintergrund

Die Zahl der Flüchtlinge ist im vergangenen Jahr auf ein weltweites Rekordhoch gestiegen. Laut einem Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR waren 2019 rund um den Globus 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Durch Corona, so vermuten Experten, wird die Lage sich noch zuspitzen. Ein möglicher Ansatz, um Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten, zu helfen wäre die Realisierung von Charter Cities.