Dr. forest Christoph Hoffmann

Bundesregierung hätte Einsatz in Kamerun früher beenden müssen

Die Bundeswehr machte in geheimer Kommandosache „Western Lion“ Kampfausbildung in Kamerun. Staatssekretär Tauber verwickelt sich dazu in Widersprüche. Wenn es eine friedenssichernde Mission war, wieso war sie dann geheim?

In Kamerun herrscht kein Frieden. Es gibt Kampfzonen im Norden und im Südwesten. Es war richtig, Kamerun dabei zu helfen, sich gegen die islamistischen Terroristen von Boko Haram im Norden zu wehren. Boko Haram hat hunderte junge Mädchen entführt und entehrt sowie Bomben auf Markplätzen hochgehen lassen. Da ist auch militärische Hilfe ein Akt der Humanität.

Im anglophonen Gebiet im Südwesten tobt aber ein innenpolitischer Konflikt mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Seit zwei Jahren wird brutale Gewalt angewendet. Über 500.000 Menschen sind auf der Flucht. Da kann und darf die Bundeswehr nicht weiter mit Materiallieferungen und Ausbildung aktiv sein. Der Einsatz hätte also viel früher beendet werden müssen.

Deutschland muss mehr tun für die Konfliktbewältigung. Die Parlamentariergruppe Zentralafrika des Deutschen Bundestages hat nach ihrem Besuch in Kamerun und Gesprächen mit dortigen Parlamentariern den Wunsch an Bundeskanzlerin Angela Merkel weitergegeben, dass sie Kamerun besuchen und einen Mediationsprozess einleiten möge.