Wohnungsbau ist zu teuer

FDP kritisiert das Übermaß an Vorschriften / Keck ist skeptisch bei Petition zum Dreispitz.

WEIL AM RHEIN. Das Gerangel um die Skulptur im Binzener Dreispitz-Kreisel und die Situation auf dem Wohnungsmarkt waren die beiden zentralen Themen bei einem Kurz-Wahlkampfauftritt, den der Konstanzer FDP-Landtagsabgeordnete Jürgen Keck gemeinsam mit Bundestagskandidat Christoph Hoffmann bei der Weiler FDP einlegte.

Das Kreisel-Gerangel bringt Kreisrat Wolfgang Roth-Greiner zur Sprache. Es handle sich um ein Ärgernis, niemand könne verstehen, weshalb die Skulptur, an der in 16 Jahren 90 Millionen Fahrzeuge vorbeigefahren sind, ohne dass je etwas passierte, nun gefährlich sein soll. Nun hofft Roth-Greiner auf Kecks Unterstützung. Denn der ist auch Mitglied im Petitionsausschuss des Landtages, der nach Abschluss der derzeit laufenden Unterschriftensammlung angerufen werden soll. Doch Keck ist vorsichtig. Er äußert zwar Verständnis, glaubt aber, dass “de jure”, also rechtlich, alles seine Ordnung habe. Dass Weilern und Binzenern geholfen werde, könne er nicht versprechen.

Die Lage auf dem Wohnbaumarkt spricht der Weiler-FDP-Vorsitzende Simon Basler an. Als flächenarme Kommune habe Weil enorme Probleme, genügend sozialen Wohnungsbau zu veranlassen. Keck nimmt den Ball gerne auf. Es gelte, Flächen für Wohnbau zur Verfügung zu stellen. Er denke da an Industriebrachen, aber auch an Flächen, die vom Naturschutz blockiert seien. Auch sei es unverständlich, dass kleine Gemeinden wegen mangelnden Bedarfs keine Bauflächen mehr ausweisen dürften, obwohl sie über genügend freie Flächen verfügten.

Mit dem Weiler Unternehmer Wolfgang Würzburger ist sich Keck einig, dass das Bauen selbst aber wegen hoher Grundstückspreise und unzähliger Auflagen viel zu teuer geworden sei. “Wer alle Vorschriften einhält, kann gar keinen kostengünstigen Wohnraum mehr anbieten”, sagt Würzburger. Deshalb sei es höchste Zeit, “dass die FDP an die Regierung kommt und das ändert”.

Damit gießt er Wasser auf die Mühlen von Christoph Hoffmann, der ständig bei seinen Wahlkampfauftritten über ein Übermaß an Vorschriften wettert. Auch in Weil. Wenn auf einem Computer zu viele Programme liefen, werde er immer langsamer. Genauso sei es mit Deutschland, das von zu vielen Vorschriften gelähmt werde. Die Politiker müssten wieder mehr mit der Basis reden, um zu erfahren, was überhaupt machbar ist. Jürgen Keck hört’s und schmunzelt.

Hannes Lauber

Quelle: Badische Zeitung vom 15.09.2017