Trinationales Schwerverkehrszentrum muss kommen

Ein trinationales Schwerverkehrszentrum in Ottmarsheim mit Zollhof ist für FDP-Bundestagskandidat Hoffmann die einzige Möglichkeit ist, die täglichen Staus auf der Autobahn in den Griff zu bekommen.

WEIL AM RHEIN. “Der Verkehr muss laufen” – gerade in einer Wachstumsregion wie dem Markgräflerland, in dem “in jedem Dorf ein Weltmarktführer zu Hause ist”, wie es der Bellinger Bürgermeister und FDP-Bundestagskandidat Christoph Hoffmann ausdrückte, gebe es zu einer funktionierenden Infrastruktur keine Alternative. Zusammen mit dem Berliner Verkehrsexperten Sebastian Czaja ist sich Hoffmann denn auch einig, dass ein trinationales Schwerverkehrszentrum in Ottmarsheim die einzige Möglichkeit ist, die täglichen Staus auf der Autobahn pragmatisch in den Griff zu bekommen, wie er beim Pressetermin zum Mobilitätskonzept unterstrich.

“200 bis 300 Lkw könnten auf der Fläche, die dort zur Zeit brach liegt, Platz finden”, rechnet Hoffmann vor. Ergänzt um Hotels, Restaurants und sanitäre Anlagen aber vor allem auch um einen trinationalen Zollhof, auf dem die Lkws schon weit vor der Grenze abgefertigt werden könnten, würde Schwerverkehrszentrum eine Entlastung für die gesamte Region bringen, prophezeit er. Notwendig sei seines Erachtens, dass sich die Verkehrs- und Finanzminister aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz zusammensetzten, um ein Konzept für solche ein Zentrum zu entwickeln. Hier gelte es, die Gunst der Stunde zu nutzen: Als besondere Chance bezeichnet es Hoffmann nämlich, dass in Frankreich mit Emmanuel Macron nun ein Liberaler am Ruder ist, von dem man hoffen dürfe, dass er ein offenes Ohr für die Sorgen der Wirtschaft und für pragmatische Lösungen habe.

Ärgerlich sei aus seiner Sicht, dass der Gesetzgeber auf der einen Seite das Übernachten der Lkw-Fahrer in den aus Platznot auf der Autobahnen parkenden Fahrzeugen verbiete, anderseits aber keine Lösung aufzeige, wie das Gesetz umgesetzt werden könne. “Das Schwerverkehrszentrum mit dem trinationalen Zollhof ist aber in Berlin noch kein Thema”, wunderte sich Sebastian Czaja. Dabei sehe er darin eine Möglichkeit, zu zeigen, sich Probleme im europäischen Miteinander überwinden lassen. “Die Region wünscht sich nichts mehr, als solch eine Lösung”, ist er sich sicher und verweist dabei auf seine Erfahrungen beim Kampf um den Erhalt des Flughafens Tegel. “Da ist es uns gelungen, die Bürger hinter uns zu bringen, um die Politik zum Umdenken zu bewegen”, fordert er Hoffmann auf, sich mit aller Kraft für das Schwerverkehrszentrum einzusetzen.

Kein Verständnis haben Hoffmann und Czaja für die Diskussion um den Abbau der Kunstwerke in den Kreisverkehren. Was da am Dreispitz zwischen Haltingen und Binzen aber auch am Stuhlkreisel in Weil am Rhein geschehe, sei schlicht “ein Treppenwitz” und zeige, dass es die Gesellschaft verlernt habe, Verantwortung zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund bezeichnet Hoffmann auch weitere Gutachten zu den Kreiseln als völligen Unsinn. “Welcher Gutachter wird denn schon garantieren, dass nichts passiert, wenn jemand in einer 30er Zone mit 100 Stundenkilometer auf ein Hindernis rast.” Wer das verlange, der müsse auch jede Kurve begradigen oder jeden Baum neben einer Straße fällen.

Ulrich Senf

Quelle: Badische Zeitung vom 23.08.2017