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FDP will ambulante Vorsorge stärken

Die ärztliche Versorgung in der Region war Thema bei einer Veranstaltung der FDP Mittleres Wiesental in Schopfheim. Den Anstoß zur Diskussion gaben der FDP-Bundestagskandidat Christoph Hoffmann und der Landtagsabgeordnete Jürgen Keck,der auch sozialpolitischer Sprecher ist.

Was lässt sich tun, um dem Hausarztmangel entgegen zu wirken? Ist die Ärzteversorgung im Landkreis Lörrach wirklich so gut, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) sagt? Und wie steht es überhaupt um das Gesundheitswesen? Um diese Fragen ging es bei einer Veranstaltung der FDP Mittleres Wiesental in Schopfheim. Den Anstoß zur Diskussion gaben der FDP-Bundestagskandidat Christoph Hoffmann und der Landtagsabgeordnete Jürgen Keck, gleichzeitig sozialpolitischer Sprecher.

Landarztpraxen im herkömmlichen Sinne gebe es nicht mehr, erklärte Christoph Hoffmann. Und weil kein Arzt mehr 24 Stunden Bereitschaft haben wolle, nehme auch die Zahl der Hausärzte ab. Hinzu komme, dass es viele Ärztinnen gebe, die in Teilzeit arbeiten möchten. Obwohl es kein einfaches Unterfangen sei, wolle die FDP die ambulante Vorsorge stärken, kündigte Hoffmann an. Gerade im Gesundheitswesen liege einiges im Argen. Hoffmann nannte zum Beispiel den „Reha-Deckel“.

Der könne schon aus marktwirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll sein und müsse abgeschafft werden. Es müsse „Reha vor Rente“ heißen. Gefordert werde von der FDP zudem der Ausbau der Palliativmedizin und der Hospizbewegung. Dahinter stecke der Gedanke, dass die Selbstverantwortung bis zum Tode gehen müsse. Solidarität im Gesundheitswesen werde befürwortet, doch dürfe es keine Einheitskasse geben. Hoffmann lehnt die Bürgerversicherung, die derzeit im Gespräch sei, ab. Arztpraxen hätten dadurch Umsatzeinbußen um rund 30 Prozent. Das wiederum würde die Schließung einiger Praxen nach sich ziehen, mithin werde die ärztliche Versorgung schlechter. Hoffmann bezweifelt zudem, dass die ärztliche Versorgung im Landkreis Lörrach bei über 100 Prozent liege.

Die KV sollte sich seiner Meinung nach an der tatsächlichen ärztlichen Versorgung orientieren, nicht am Versorgungsgrad. Transparenz im Gesundheitssystem sei gefordert, außerdem werde immer wieder die extrem hohe Bürokratie angeprangert. Und es werde sowohl für den Arzt als auch für den Patienten absurd, wenn mehrere Ärzte eingebunden werden müssten, um ans Ziel zu kommen, was in einem Rutsch möglich gewesen wäre. „Hier wird viel Zeit und Geld verschwendet“, sagte Christoph Hoffmann.

„Viele Dinge sind der Politik geschuldet“, merkte Jürgen Keck an. Es beginne bei der Ausbildung zum Arzt. Enorm gestiegen sei die Haftpflichtprämie für Gynäkologen, was zur Konsequenz habe, dass gynäkologische Abteilungen oder Praxen schließen. Das sei sicher nicht im Sinne des Erfinders, aber die Praxis. Die wesentlich kürzere Verweildauer in Krankenhäusern sei nicht zuletzt für ältere Menschen ein Problem. „Es harzt und mangelt im Gesundheitswesen überall“, erklärte Jürgen Keck.

Fritz Lenz (Arzt im Ruhestand) stört sich daran, dass beim aktuellen System der Patient nicht im Vordergrund stehe. Er könne bis heute nicht nachvollziehen, weshalb Horst Seehofer (CSU) als damaliger Gesundheitsminister die Trennung zwischen Haus- und Facharzt geschaffen habe, denn damit hätten die Probleme begonnen. Früher sei der Internist gleichzeitig der Hausarzt gewesen. Auch der Allgemeinmediziner verfüge über genug Fachkenntnisse, um bestimmte Maßnahmen zu treffen – im Sinne des Patienten. Abgeschafft werden müsse zudem, dass manche Ärzte quasi nur von Pauschalen leben, indem sie ihre Patienten weiter überweisen.

Das wiederum, so hieß es in der Runde, habe mit der Frage der Verantwortlichkeit zu tun. Überweise der Arzt an einen Kollegen, habe er nichts mit eventuellen Scherereien hinterher zu tun. Geklagt werde heute schnell einmal.

Christoph Hoffmann sprach überlastete Ambulanzen in Krankenhäusern an, was auch nicht sinnvoll oder tolerabel sei. Einen „Türsteher“ vorab aussortieren zu lassen, wer Zutritt bekommt und wer nicht, wie es offenbar an einigen Krankenhäusern in den Vereinigten Staaten Praxis ist, hält Fritz Lenz für inakzeptabel. „So ein Türsteher hat keine Kompetenzen“, merkte er an. Er könnte sich aber vorstellen, eine nicht zu niedrig angesetzte Gebühr von Besuchern der Notfallambulanz zu verlangen. Nur der echte Notfall bekomme sein Geld zurück.

Wenn es um die Gesundheitspolitik geht, ist das Interesse groß. Christoph Hoffmann kündigte an, dass eine eigene Veranstaltung zum Thema Ärzteversorgung im ländlichen Raum – vor dem Hintergrund, dass das Schopfheimer Kreiskrankenhaus geschlossen wird – als Podiumsdiskussion geplant ist.

Marlies Jung-Knoblich

Quelle: Südkurier vom 03.08.2017


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