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Entspanntes, aber intensives Gespräch

Schüler des Markgräfler Gymnasiums organisieren Podiumsdiskussion mit Direktkandidaten zur Bundestagswahl.

MÜLLHEIM. Hut ab. Die Podiumsdiskussion, die Oberstufenschüler des Markgräfler Gymnasiums mit den hiesigen Direktkandidaten zur Bundestagswahl auf die Beine gestellt haben, hätte so mancher eher auf Krawall denn auf Inhalte gebürsteten Polit-Talkshow im Fernsehen zur Ehre gereicht. Hervorragend präparierte Schüler-Moderatoren trafen auf Politiker, die sich erkennbar und authentisch Mühe gaben, ihre Positionen zu erläutern.

Wolfgang Fuhl (AfD), Christoph Hoffmann (FDP), Jonas Hoffmann (SPD), Armin Schuster (CDU), David Trunz (Linke) und Gerhard Zickenheiner (Grüne) hatten am Freitag auf dem Podium in der Sporthalle des Gymnasiums Platz genommen – und zwar in dieser alphabetischen Reihenfolge, die somit gleich jegliche Spekulationen über politische Nähe und Distanz unterband. Von der inneren Sicherheit, über Fragen der sozialen Gerechtigkeit und des demographischen Wandels bis hin zur Zukunft von Europa spannte sich der thematische Bogen, den die Schüler ausgearbeitet hatten und mit dem die wechselnden Moderationsteams die Kandidaten konfrontierten.

Die mussten konzentriert antworten, galt es doch die genannte Themenvielfalt in knapp zweieinhalb Stunden abzuarbeiten, was der Runde auch gelang: Die jungen Gesprächsleiter hatten ihre Podiumsgäste gut im Griff, diese ließen sich aber auch bereitwillig führen und zeigten sich respektvoll und in weiten Teilen diszipliniert – das Ergebnis war ein fast schon entspannt zu nennendes Gespräch ohne größere konfrontative Momente.

Inhaltlich wurde es dennoch an vielen Stellen intensiv und erfreulich ausdifferenziert – etwa als bei der inneren Sicherheit nicht nur die schlagzeilenträchtige Terrorismusgefahr, sondern auch sehr schnell das weniger schillernde, aber der hiesigen Lebenswirklichkeit dann doch irgendwie näher liegende Thema Wohnungseinbrüche angesprochen wurde.

Klare Unterschiede in Weltanschauung und beim politischen Instrumentarium wurden deutlich, jedoch oft gar nicht in der scharfen Polarisierung, wie sie in der Öffentlichkeit häufig wahrgenommen wird. Ein wenig mag dies auch dem Umstand geschuldet sein, dass der einzige Bundestagsabgeordnete auf dem Podium, Armin Schuster, als Vertreter der CDU auf Bundesebene mit der SPD, auf Landesebene mit den Grünen koaliert und sicher auch eine schwarz-gelbe Option für die Zukunft im Auge behalten will.

Wie gut geht es Deutschland?

Schuster war es denn auch, der trotz aller gegenwärtigen Herausforderungen die Situation in Deutschland insgesamt als sehr positiv bewertete. “Es nicht so, dass man nicht immer noch etwas verbessern kann. Doch wir dürfen auch mal stolz sein auf das Erreichte”, sagte Schuster und verwies dabei vor allem auf niedrige Arbeitslosenzahlen und eine gute wirtschaftliche Entwicklung.

Vor allem den Widerspruch seines Nebensitzers David Trunz von der Linken forderte Schuster dabei mehr als einmal heraus. Von der guten wirtschaftlichen Lage, so der Biologiestudent, profitierten nur wenige; Reichtum werde immer ungleicher verteilt und konzentriere sich immer stärker in den Händen Einzelner. Trunz propagierte mehrfach die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, was Grünen-Kandidat Gerhard Zickenheiner als “spannende Idee” bewertete, deren Zeit womöglich noch kommen werde, bei Schuster und FDP-Kandidat Christoph Hoffmann jedoch auf deutliche Skepsis stieß. Letzterer stellte das alte Liberalen-Motto “Leistung muss sich lohnen” in den Vordergrund und mahnte eine steuerliche Entlastung für kleine und mittlere Einkommen an.

SPD-Kandidat Jonas Hoffmann verwies auf die Fortschritte, die durch die Einführung des Mindestlohns erreicht wurden, und forderte, dass die Finanzierung des insgesamt bewährten deutschen Sozialsystems nicht nur primär über die Abgaben auf Lohneinkünfte finanziert werden dürfe, sondern dass auch Vermögenseinkünfte dazu verstärkt hinzugezogen werden sollten. In eine ganz andere Richtung gingen die Gedanken von Wolfgang Fuhl beim Thema soziale Gerechtigkeit: Der AfD-Kandidat sprach sich für den deutlichen Ausbau des zweiten Arbeitsmarktes aus, um die besser erreichen zu können, die auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten.

Apropos AfD: Eine dezidierte Auseinandersetzung mit der Partei blieb aus, was zum einen an den gesetzten Themen, zum anderen aber wohl auch an der Person von Wolfgang Fuhl lag. Der ließ nur sehr vereinzelt die übliche AfD-Rhetorik durchklingen – etwa als er sich beklagte, dass Ausländer Sozialleistungen erhielten, für die Deutsche lange in die öffentlichen Kassen eingezahlt hätten – ansonsten nahm er zwar eine dezidiert konservative und EU-kritische, aber auch oft differenziert argumentierende Position ein.

Was den früheren Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden genau in die AfD getrieben hat, blieb eine der offenen Fragen, die es nach dieser intensiven Diskussionsrunde natürlich auch gab. Eine weitere offene Frage dürfte indes demnächst eine Antwort erfahren: nämlich ob die Podiumsdiskussion bei den rund 400 konzentriert lauschenden Schülern zu einer Änderung der eigenen politischen Präferenzen geführt hat. Vor der Veranstaltung hatte es bereits eine Probe-Abstimmung gegeben. Das Ergebnis: 30 Prozent für die CDU, 29 für die Grünen, 14 für die SPD, 13 für die FDP und jeweils 4 Prozent für Linke und AfD. Diese Abstimmung soll nun wiederholt werden.

Alexander Huber

Quelle: Badische Zeitung vom 30.05.2017


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