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Dr. Christoph Hoffmann
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November 2016

„Mehr konnte man nicht erwarten“

Bürgermeister Christoph Hoffmann steht für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim auf Platz zehn der Landesliste der FDP (wir berichteten). Saskia Scherer stellte ihm im Nachgang drei Fragen zur Bundestagswahl. Sind Sie mit Listenplatz 10 zufrieden oder hätten Sie sich mehr erhofft” Ich bin sehr zufrieden mit dem Platz, die FDP hat sehr gute Kandidaten. Mehr konnte man nicht erwarten, schließlich will man auch eine gute Abdeckung des ganzen Landes. Wie sehen Sie Ihre Chancen” Ich denke, die Chancen sind gut, wenn es gelingt, die Themen der FDP zu vermitteln. Wir sind die einzige Partei, die weniger Staat und mehr Eigenverantwortung und eine ernsthafte Entbürokratisierung anstrebt. Wir sind patriotisch, für eine offene Gesellschaft, für den Rechtsstaat und gleichzeitig für Europa, weil Deutschland als Exportnation mehr als alle anderen auf Europa angewiesen ist. Gerade im Dreiländereck wissen wir das alle zu schätzen. Die EU sollte sich auf die Kernaufgaben wie Sicherung der Außengrenzen, Verteidigung und Fiskalpolitik konzentrieren, und die Regelwut in Themen wie Salatgurke, Glühbirne, Staubsauger muss ein Ende haben. Grundsätzlich ist etwas falsch im System, wenn der gesunde Menschenverstand nichts mehr zählt. Vieles ist zu komplex geworden, dauert zu lange, es muss einfacher werden. Und es gibt viele Unzufriedene gerade in der Mittelschicht, die ihre Ersparnisse beziehungsweise Rente bedroht sehen oder junge Familien, die gerne Wohnungseigentum erwerben wollen. Denen werden wir helfen. Die bisherige Politik hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Probleme werden nicht gelöst, sondern viel zu oft schön geredet und verschoben. Das kann ich nicht. Es geht um die Zukunft der kommenden Generationen, also auch die meines Sohnes. Was wollen Sie für Ihren Wahlkreis erreichen” Das lässt sich nicht in wenige Worte fassen. Entbürokratisierung dient allen Betrieben und Verwaltungen. Ich will die kommunalen Interessen in Berlin vertreten. Daneben haben wir zahlreiche Bundesthemen im Wahlkreis. Vieles davon ist Verkehr – Bahn drittes und viertes Gleis – da kann es keine Mauer im Markgräflerland geben, das geht besser. Wir brauchen den 30-Minuten-Takt auf der Rheintalbahn für die Pendler, Elektrifizierung der Hochrheinstrecke, und wir brauchen günstigen Wohnraum und Bauland, gerade in unserer doch vergleichsweise teuren Gegend. Auch muss die Versorgung mit Internet-Breitband schnellstens besser werden, das ist bisher viel zu langsam gegangen, wir werden international abgehängt. Also brauchen wir Gelder für Glasfaser in jeden Ort, in jedes Haus. Auch die Fragen in der Flüchtlingskrise sind noch längst nicht beantwortet – wir brauchen ein Einwanderungsgesetz mit Kontingenten für Fachkräfte und Kriegsflüchtlinge. Dazu möchte ich mit all meiner Erfahrung Beiträge leisten.

Quelle: Weiler Zeitung vom 22.11.2016


Integration braucht Vertrauen

Die südbadische Gemeinde Bad Bellingen hilft traumatisierten Flüchtlingen aus dem Irak auf besondere Weise – etwa mit einem speziellen Projekt für Kinder.

Wo sie herkommen, ist Krieg, und dass sie im beschaulichen südbadischen Kurort Bad Bellingen (Kreis Lörrach) ein sicheres und friedliches Refugium bekommen haben, macht sie froh. Aber sie haben viel verloren, die nach Deutschland geflohenen Menschen aus dem Nordirak. Viele ihrer Verwandten, vor allem Männer, wurden – zum Teil vor ihren Augen und denen der Kinder – brutal hingerichtet, weil sie nicht bereit waren, sich Fanatikern zu unterwerfen. Andere wurden gefangen, misshandelt und missbraucht. Einigen gelang auf abenteuerliche Weise die Flucht. Nicht immer konnten sie alle Kinder mitnehmen, sondern mussten manche bei Verwandten zurücklassen. Das ist einer der Gründe, warum sich in das Gefühl, in Sicherheit zu sein, der bittere Schmerz über das ungewisse Schicksal von Kindern und Angehörigen mischt.

Bürgermeister: Geschichten sind kaum auszuhalten
„Das sind Geschichten, die so grausam sind, dass man sie kaum aushalten kann“, sagt Christoph Hoffmann und schüttelt den Kopf. Der Bürgermeister des 4200 Einwohner zählenden Dorfs Bad Bellingen am südlichen Oberrhein, 20 Kilometer von der Schweiz und einen Steinwurf von Frankreich entfernt, hat für die Männer, Frauen und Kinder – zusammen 35 Personen – seit September 2015 viele Hebel in Bewegung gesetzt. „Es sind traumatisierte Menschen. Als sie kamen, haben sie tagelang nur geweint“, erzählt Hoffmann. Das hat sich zwar nach der Unterbringung in Häusern gebessert, die die Gemeinde gekauft oder gemietet hat. „Aber sie erzählen kaum etwas über ihren Leidensweg“, sagt Samire Uygur.

Die 34-jährige Kurdin ist vor 14 Jahren selbst mit ihrem politisch verfolgten Mann aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Das Paar hat sich in der Nachbargemeinde Schliengen selbstständig gemacht, und Samire ist mit ihrer Freundin Ayshe Übersetzerin für die Flüchtlingsfrauen in Bad Bellingen geworden.

Sechsköpfiger Helferkreis kümmert sich um die Nöte der Flüchtlinge
„Wir sind jetzt die wichtigsten Vertrauenspersonen“, erklärt Samire. Sie gehört mit Ayshe zum sechsköpfigen Team, das der Bürgermeister eilig zusammenstellte, um die Betreuung der Flüchtlinge zu sichern. Dabei sind Alltagsbegleiter, eine Sozialarbeiterin, Ärzte und ein Psychologe. Hinzu kommt ein ehrenamtlicher Helferkreis. Die Integration von Flüchtlingen ist zunächst eine bürokratische Sache – der Bürgermeister verdreht die Augen bei den Problemen, die auf dem Schreibtisch ganz anders aussehen als die Realität. Und er erzählt die Geschichte der vierjährigen Sükran (Name geändert). Zwei Jahre war das Kind mit ihrer Tante in Gefangenschaft. Die Mutter hatte das Kind ihrer Schwester zum Schutz dagelassen, weil kinderlose Frauen gleich mehrfach verkauft werden. Dann wurde das Kind im März von Verwandten freigekauft, die Mutter flog in den Irak, um das Kind zu sehen und die Ausreise zu organisieren. Im September 2016 konnte sie das Kind auf dem Stuttgarter Flughafen in Empfang nehmen. Private Spender hatten die Flugtickets bezahlt.

Doch die Mutter ist ein sogenannter Kontingentflüchtling, das Kind nicht. Es dürfte also gar nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen wie seine Mutter. „Auch dafür haben wir eine pragmatische Lösung gefunden“, sagt der Bürgermeister seufzend. So wie für alle bisherigen Probleme, bei denen es meist um die Frage ging: Wer bezahlt was? Das Land, der Kreis oder die Gemeinde? „Wir organisieren alles allein“, sagt Hoffmann. Finanziert wird aus der Pauschale, die das Land pro Flüchtling zahlt, aus Spenden und mit Geld der Gemeinde.

Im Sommer spezielles Gastkinder-Projekt gestartet
Geregelte Abläufe im Alltag bringen Stabilität. Es gibt Integrationskurse, einen Kurs für Analphabeten und Deutschkurse zur Vorbereitung der Kinder auf den Kindergarten und die Schule. Und in einem Fall sogar auf die Berufsausbildung. „Ja, ich lerne Koch“, bestätigt der 18-jährige Ali stolz und etwas verlegen zugleich. Sein Deutsch ist noch nicht perfekt, aber es wird zunächst reichen. Für die Berufsschule wird er Nachhilfeförderung brauchen und bekommen. So weit wie er sind die anderen Kinder und Jugendlichen noch lange nicht. „Die Sprache ist das Wichtigste, aber es ist nicht alles“, betont Hoffmann. „Wir haben daher im Sommer das Gastkinder-Projekt gestartet.“ Zehn kurdische Kinder zogen für eine Woche in einen deutschen Haushalt ein. „Für viele war das ein Kulturschock“, berichtet Samire. „Die Kinder kommen aus sehr einfachen Verhältnissen. Viele haben noch nie einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine gesehen.“ Geschweige denn eine Stereoanlage, einen Flachbildschirm und was sonst Standard in deutschen Wohn- und Kinderzimmern ist.

Integration „funktioniert nur Auge Auge“
„Es war sehr anstrengend“, bekennt Hoffmann, der mit gutem Beispiel als Gastvater vorangegangen ist. „Aber es war ein Anfang, aus dem jetzt bleibende Kontakte geworden sind.“ Und die Aktion soll fortgesetzt werden. „Integration geht nicht anders, sie funktioniert nur Auge in Auge.“ Hoffmann war früher CDU-Mitglied, ist aber im März 2016 mit kritischen Worten in Richtung Bundeskanzlerin ausgetreten und engagiert sich nun bei der FDP. Nicht dass die Flüchtlinge aufgenommen wurden, sondern wie unzureichend die Behörden darauf reagiert haben, ärgert den 58-Jährigen. „Die Bürokratie untergräbt die Motivation.“ Dabei wäre „Vertrauen zu gewinnen das Wichtigste“, so wie ein Wald Geduld und Pflege zum Wachsen brauche, sagt der promovierte Forstwissenschaftler.

Heinz Siebold
Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 08.11.2016


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