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Christoph Hoffmann will für die FDP in den Bundestag

Die ersten Kandidaten für die Wahl 2017 werden nominiert / Armin Schutser gilt als sicher, Gernot Erler zögert noch

Die Bundestagswahl im kom- menden Jahr wirft längst ihre Schatten voraus. Und die ersten Parteikreisverbände haben bereits begonnen, ihre Kandidaten für den Wahlkampf zu nominieren.

Am eiligsten hatte es die FDP in Freiburg: Bereits am Donnerstagabend stand fest, dass der 30-jährige Zahnarzt Adrian Hurrle für sie ins Rennen gehen wird. Der gebürtige Konstanzer, der sich gegen die Mikrosystemtechnikerin Marianne Schäfer sowie den schon bei der Landtagswahl gescheiterten Professor Eicke Weber parteiiintern deutlich durchsetzte, will sich im Wahlkampf für junge Unternehmer und Freiburg als Start-up-
City starkmachen. Allerdings dürfte es Hurrle schwer haben, auf der FDP-Landesvertreterversammlung am 19. November einen guten Listenplatz in Baden-Württemberg zu ergattern. Denn schon in der unmittelbaren südbadischen Nachbarschaft erwächst ihm harte Konkurrenz: Dem nominierten FDP-Kandidaten im Wahlkreis Lahr-Emmendingen, dem erst 25-jährigen Jurastudenten Felix Fischer, sowie vor allem dem Bad Bellinger Bürgermeister Christoph Hoffmann, der im Wahlkreis Lörrach kandidieren wird, räumt man bessere Perspektiven als Hurrle ein.

Dass Hoffmann, der erst jüngst wegen der Merkel’schen Flüchtlingspolitik aus der CDU austrat, für die FDP kandidiert, kam für einige Beobachter überraschend. Der Lörracher FDP-Kreisvorsitzende, Harry Vogt, erklärte gegenüber dem Sonntag, seine Partei habe sich um Hoffmann als Kandidaten bemüht, nachdem bekannt geworden sei, der Bad Bellinger Bürgermeister würde der CDU den Rücken kehren: „Hoffmann verfügt über sehr viel kommunalpolitische Erfahrung und ist kompetent in der Wirtschaftspolitik. Davon versprechen wir uns einiges.“

Nur zwei Tage nach Hurrles Nominierung in Freiburg legte hier die CDU nach: Konkurrenzlos nominierte sie den Bundestagsabgeordneten Matern von Marschall als Kandidat für die nächste Legislaturperiode. Inzwischen zum Europa-Politiker spezialisiert hat sich Matern von Marschall bei der Bundestagswahl 2013 überraschend das Direktmandat in Freiburg gegen Gernot Erler (SPD) und Kerstin Andreae (Grüne) gesichert.

Mit Kerstin Andreae wird es von Marschall auch im nächsten Wahlkampf zu tun bekommen, die Wirtschaftspolitikerin gilt als sichere Kandidatin der Grünen. Doch was macht Gernot Erler? Der inzwischen 72-jährige Russland-Beauftragte der Bundesregierung, seit 1987 im Bundestag, hatte im vergangenen Wahlkampf erklärt, dies sei für ihn die letzte Legislaturperiode im Parlament. Auf Anfrage sagte er diese Woche, seine endgültige Entscheidung zu einer etwaigen weiteren Kandidatur falle in den nächsten Tagen.

Während die SPD, wie die Grünen, die Linken und die AfD erst im Herbst ihre Kandidaten nominieren will, steht fest, dass die CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (Emmendingen) und Armin Schuster (Lörrach) erneut kandidieren und parteiintern kaum Konkurrenz in ihren Wahlkreisen zu erwarten haben.

Spannend werden dürfte die Nominierung des CDU-Kandidaten im Wahlkreis Waldshut. Dort tritt der bisherige christdemokratische Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger nicht mehr zur Wahl an. Seine Parlamentskollegin Gabriele Schmidt, aber auch der CDU-Landtagsabgeordnete Felix Schreiner werden als potenzielle Anwärter gehandelt.

Toni Nachbar

Quelle: Der Sonntag im Dreiland vom 17.07.2016


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